1919 - Gründung der Arbeiterwohlfahrt

Die Gründung der Arbeiterwohlfahrt erfolgte mit Zustimmung des Parteivorstandes und Ausschusses der Sozial-Demokratischen-Partei Deutschlands am 13. Dezember 1919 in Berlin durch Marie Juchacz.

Marie Juchacz, Reichstagsabgeordnete und Frauensekretärin im Vorstand der SPD, setzte sich unermüdlich für ein modernes Fürsorgerecht ein, weg von der damals praktizierten bürgerlichen Armenpflege, die die Arbeiterschaft lediglich als Objekt der Armenpflege ansah.

Deshalb lag der Schwerpunkt der neugegründeten Wohlfahrtsorganisation zunächst auf der Mitwirkung an der gesetzlichen Regelung der öffentlichen Wohlfahrtpflege. Schon bald wurde dieses Selbstverständnis der praktischen, sozialen Arbeit ergänzt durch die Ideen der Selbsthilfe und Solidarität.

Mit der Bildung des Hauptausschusses der Arbeiterwohlfahrt hatte Marie Juchacz ihr Ziel erreicht, innerhalb der Parteiorganisation eine sozialdemokratische Wohlfahrtspflege zu konstituieren. Am Anfang stand gegenseitige Hilfe im Mittelpunkt der Arbeit, denn nach dem verlorenen Krieg litten große Teile der Bevölkerung unter Hunger und Arbeitslosigkeit.

Die Hilfeleistungen der ehrenamtlichen Mitarbeiter (1924 waren es bereits 24.000) erstreckten sich vor allem auf den Schutz von Kindern, (Kinderarbeit war damals sehr verbreitet) Erholungsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche, Unterstützung bei Arbeitslosigkeit und es wurden Notstandsküchen und Nähstuben eingerichtet.

In den Jahren 1924 bis 1929 konnte sich die Arbeiterwohlfahrt kontinuierlich weiterentwickeln und so entstanden die ersten Heime, Dienste und Einrichtungen. Diese Entwicklung wurde jäh unterbrochen mit der Machtergreifung durch Adolf Hitler.

1933 wurde die Arbeiterwohlfahrt zerschlagen, sämtliche Einrichtungen und das Vermögen beschlagnahmt, die führenden Personen verfolgt.

Soweit es möglich war, wurden unter den Bedingungen der Illegalität noch Hilfsmaßnahmen der verschiedensten Art fortgeführt. Dies war jedoch bald nur noch auf der Ebene des persönlichen Kontaktes als unmittelbare Hilfe von Mensch zu Mensch möglich.

Unmittelbar nach dem Sturz des Hitlerregimes fand die Wiedergründung und der Neuaufbau der Arbeiterwohlfahrt als unabhängige und selbständige Wohlfahrtsorganisation auch hier im Erftkreis statt.

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